Erfolgreiches 2. Brandenburger Verkehrsforum zur Mobilität im ländlichen Raum

Experten plädieren für weiteren ÖPNV-Ausbau

Am 7. März 2019 diskutierten Experten aus ganz Deutschland auf Einladung von Cottbusverkehr an der BTU Cottbus-Senftenberg über Strategien zur Mobilität im ländlichen Raum. So stellten beispielsweise Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbundes und Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des Nordhessischen VerkehrsVerbundes, die Konzepte ihrer Unternehmen für zukunftsfähige und umweltschonende Mobilität zur Verknüpfung von Stadt und ländlichem  Raum, vor.

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, plädierte unter anderem für einen weiteren Ausbau des Schienennetzes im Land und für eine Stärkung von digitalen Angeboten für eine flexible Alltagsmobilität.

Oberbürgermeister Holger Kelch bekannte sich erneut zum Erhalt und Ausbau der Cottbuser Straßenbahn und moderne, fahrgastfreundliche Verknüpfungspunkte. Holger Kelch verwies an dieser Stelle auf die Investitionen am Cottbuser Hauptbahnhof, der momentan zu einem modernen Verkehrsknoten umgebaut wird und im Sommer 2019 eröffnet werden soll. Auch die Endhaltestelle in Madlow soll als Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Cottbus und Cottbusverkehr zu einer modernen Umsteigeanlage umgebaut werden, die einen weiteren Beitrag zur Entlastung des Individualverkehrs leisten wird. Als zukünftige verkehrsplanerische Projekte wurden durch den Oberbürgermeister die Erweiterung des Straßenbahnnetzes zum Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum, zum Campus der BTU Cottbus-Senftenberg als Wissenschaftsstandort, sowie die klimaneutrale ÖPNV-Erschließung des Cottbuser Ostsees in den Fokus gerückt. Diese Aufgaben sind jedoch ohne entsprechende Unterstützung von Bund und Land nicht zu bewältigen.

Auch Cottbusverkehr sieht einen umfassenden Ausbaubedarf der klimaneutralen Mobilität in der Region. Geschäftsführer Ralf Thalmann erklärte dazu: „Da unsere Straßenbahn bereits seit über 100 Jahren klimaneutral die Menschen in der Stadt bewegt, plädieren wir natürlich für einen konsequenten Ausbau des Streckennetzes. Das Carl-Thiem-Klinikum, die BTU und der Cottbuser Ostsee nehmen hier als hochattraktive städtische Ziele eine ganz zentrale Rolle ein. Die Planungen zum Netzausbau treiben wir hier selbstverständlich im Rahmen unserer Möglichkeiten voran. Jedoch gilt dies nicht nur für die Straßenbahn. Das Ziel muss sein, unsere Flotte von aktuell 53 Dieselomnibussen lieber heute als morgen auf klimaneutrale Antriebe umzustellen. Hier versprechen wir uns viel von einem Brennstoffzellenantrieb auf Wasserstoffbasis und wir sind froh, dass wir mit dem Wasserstoffzentrum der BTU bereits die technische Kompetenz vor Ort haben. Für alle Vorhaben drängt allerdings die Zeit und wir können nur vorankommen, wenn umfangreiche Förderprogramme aufgelegt und diese dann auch für Cottbus entsprechend zugänglich gemacht werden.“.

Im Rahmen des Verkehrsforums wurde vereinbart, dass das Unternehmen kurzfristig in einen Dialog mit dem Land Brandenburg treten wird, um Möglichkeiten der Förderung durch den Bund auszuloten, die einen starken Ausbau des Nahverkehrs ermöglichen.

 

Die Vorträge als PDF:

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung: Potentiale innovativer Mobilitätsangebote für ganz Brandenburg

Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus: Mobilität im Land Brandenburg

Wolfgang Rausch, Geschäftsführer Nordhessischer VerkehrsVerbund (NVV): Vorwärtsstrategie für den ÖPNV im ländlichen Raum

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hans-Christoph Thiel, Vorsitzender Fachausschuss Verkehr beim Ministerium für Landesplanung und Infrastruktur: Mobilität kommt ohne Umsteigen nicht aus?!

Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer Karlsruher Verkehrsverbund GmbH (KVV): Karlsruher Modell 4.0 – Verknüpfung der Mobilitätsanbieter in der Region

Ralf Thalmann, Geschäftsführer Cottbusverkehr GmbH: Strategien für kommunale Verkehrsanbieter im ländlichen Raum – „Der Weg von Cottbusverkehr“