Verkehrsunternehmen erteilen ŠKODA Zuschlag für neue Straßenbahnen

Am 17. Februar 2021 haben die drei Brandenburger Verkehrsunternehmen, die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel GmbH, die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) mbH und die Cottbusverkehr GmbH, den Zuschlag für den Bau ihrer neuen Straßenbahnen an den Anbieter ŠKODA Transportation Gruppe erteilt. Damit ist ein langer Prozess einer gemeinsamen Ausschreibung erfolgreich beendet worden.

 

ŠKODA wird ab 2023 für die drei Verkehrsunternehmen hochmoderne Fahrzeuge liefern. Der Anbieter setzte sich in der europaweiten Ausschreibung mit einem sehr guten Gesamtkonzept durch. Insbesondere die Themen wirtschaftlicher Betrieb, Barrierefreiheit, Raumnutzung, Energieeffizienz und Design wurden in einem hervorragenden Ansatz vereint.

Der Zusammenschluss der drei Verkehrsunternehmen für eine gemeinsame Beschaffung von Straßenbahnen ist bundesweit einzigartig und neu. Bereits 2012 gab es hierzu erste Vorüberlegungen und Machbarkeitsprüfungen der Unternehmen. Die schrittweise Umsetzung konnte ab 2018 begonnen werden, als das Land Brandenburg für dieses gemeinsame Vorgehen bei der Ersatzbeschaffung für die alten TATRA-Straßenbahnen finanzielle Unterstützung zusagte.

 

Da bei den drei beteiligten Verkehrsunternehmen unterschiedliche Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Unterschiede bei Streckenprofilen, Bahnsteigbreiten, Brückenlasten und Anforderungen an den Fahrgastwechsel vorliegen, mussten für diese komplexe Aufgabenstellung vom Hersteller und den Verkehrsbetrieben gemeinsame Lösungen erarbeitet werden. Die drei Geschäftsführer, Herr Jörg Vogler (Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel), Herr Christian Kuke (Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) mbH) und Herr Ralf Thalmann (Cottbusverkehr GmbH), sind vom Lösungsansatz von ŠKODA überzeugt: „Die innovativen Lösungsvorschläge von ŠKODA haben uns beeindruckt. Die unterschiedlichen Anforderungsprofile in einem Modell zu vereinen, war eine extrem anspruchsvolle Aufgabe. ŠKODA hat die Herausforderung mit sichtbarer Leidenschaft und großer Innovationskraft angenommen. Dieses Engagement in Kombination mit der langjährigen Erfahrung im Straßenbahnbau hat uns überzeugt und wir sind sicher, dass auch unsere Fahrgäste begeistert sein werden.“

 

Petr Brzezina, der Vorstandvorsitzende und Präsident der ŠKODA Transportation Gruppe, dankte den Verkehrsunternehmen für den Zuschlag und erklärte zur konstant steigenden Nachfrage nach ŠKODA-Straßenbahnen in Deutschland: „Der westeuropäische Markt mit Deutschland an der Spitze ist für uns langfristig ein sehr wichtiger Markt und die strategische Orientierung hin zu diesem erweist sich als der richtige Weg für ŠKODA. Wir freuen uns sehr über den stetig wachsenden Erfolg unserer Straßenbahnen in Deutschland. Dank dieses Auftrags nähern wir uns der Zahl von 150 hochmodernen und zuverlässigen Niederflurstraßenbahnen aus unseren ŠKODA-Werken, die in neun deutschen Städten ihren Beitrag für klimafreundliche und ökologische Mobilität leisten.“

 

Die Geschäftsführer der Unternehmen sind überzeugt, dass dieses einzigartige Projekt den beteiligten Städten maßgeblich helfen wird, die Verkehrswende mit der Straßenbahn als Rückgrat des ÖPNV in den nächsten Jahren zu gestalten.

Gerade die Perspektive der Stärkung der Elektromobilität in Verbindung mit einem gemeinsamen wirtschaftlichen Ansatz der drei Unternehmen erfüllt auch die Erwartungen des Landes Brandenburg für ein innovatives und nachhaltiges Vorgehen in der notwendigen Verkehrswende. Erst durch die Landesförderung wurde die Beschaffung für die Städte finanzierbar und es konnten nun die ersten 24 Bahnen fest bestellt werden. Wird diese Landesförderung, wie im Koalitionsvertrag ausgewiesen, auch über 2022 hinaus fortgeschrieben, können die Unternehmen auch zügig die 21 Optionsfahrzeuge bestellen und damit den Erneuerungsprozess für die 40 Jahre alten TATRA-Straßenbahnen abschließen. Mit der heutigen formellen Zuschlags- und Auftragserteilung startet dieser zweistufige Prozess, der bis 2026 abgeschlossen sein soll.

 

Cottbusverkehr-Geschäftsführer Ralf Thalmann erklärte zum Abschluss der Auftragserteilung:

„Alleine, ohne Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder), ohne Landesunterstützung und nicht zuletzt ohne die Unterstützung der Stadt Cottbus hätten wir die schrittweise Erneuerung unseres betagten Straßenbahnfuhrparks nicht in Angriff nehmen können. Deshalb markiert der heutige Tag auch einen großen Schritt in Richtung einer gesicherten Zukunft für die Straßenbahn in unserer Stadt. Cottbus steht am Anfang einer sehr dynamischen Entwicklung, in der wir gemeinsam vor der Aufgabe stehen den Strukturwandel in unserer Region zu gestalten. Wir sind der Überzeugung, dass wir mit einer starken Straßenbahn die Anker des Strukturwandels, die in der Stadt entstehen werden, erschließen und so den gesamten Strukturwandelprozess mitgestalten und stärken.“

 

Die drei Geschäftsführer sind allen Mitstreiter*innen, insbesondere den Spezialist*innen in den Unternehmen, der Politik, ŠKODA, dem VDV und unserer Kanzlei MD-Anwälte aus Potsdam, sehr dankbar, dass sie gemeinsam diesen Meilenstein heute möglich gemacht haben.